LEGO ist mehr als Spielspaß. Mit den richtigen Prompts bieten dir die bunten Steine die Möglichkeit, komplexe Gedanken auf kreative Art auszudrücken – und zwar für alle Altersgruppen und für Themen jeder Art.

Genau deswegen ist die im folgenden beschriebene LEGO-Methode einer unserer Evergreens. Sie ermutigt zur Reflexion, ohne verkopft zu sein. Sie lädt ein, andere Perspektiven zu verstehen. Sie lebt von Fantasie und Experimentierfreude, was sie durch die aktive, spielerische Art begünstigt. Außerdem gibt die Methode Bilder für Dinge, wo Worte nicht ausreichen.

Wofür kann ich diese Methode nutzen?
Ein neues Thema spielerisch explorieren, Ideen und Wünsche visualisieren

Wie groß kann die Gruppe sein?
6-30 Teilnehmende

Wie lange dauert ein Durchlauf?
90  Minuten

Was brauchst du?

  • Pro 1-2 Teilnehmer*innen einen LEGO-Basisset (Link Amazon)
  • Für jeden Teilnehmenden eine Lego-Grundplatte (Link Amazon)
  • Evtl. robuste Aufbewahrungsboxen oder Tüten für die LEGO-Bau-Sets
  • Einen Timer oder die Stoppuhr auf deinem Handy
  • Karten mit Bau-Aufgaben (siehe Vorbereitung weiter unten)

Vorbereitung

  1. Überlege Dir, welches Oberthema du insgesamt erarbeiten willst (z.B. “Mein zukünftiges Ich in 10 Jahren” oder “Die Zukunft des Lernens in 20 Jahren”) Nutze diesen Oberbegriff als Prompt für Phase 3.
  2. Überlege Dir als nächstes, welche fünf Begriffe oder Themen Teil dieses Oberbegriffs sind (z.B.: “Meine Stärken”, “Meine Leidenschaften” oder auch sowas wie “Heimat” oder “Inspiration”). Diese Begriffe schreibst du dir als Prompts auf so viele Karten, wie es Teilnehmende gibt.

Hinweis zur Anzahl: Bei 25 Personen brauchst du fünf verschiedene Prompts auf je fünf Karten. Es bauen also bis zu fünf Personen den gleichen Begriff. Je nach Gruppengröße kannst du mehr oder weniger Prompts verwenden oder die Anzahl der Personen ändern, die die gleiche Aufgabe bauen.

Detaillierter Ablauf

Optionales WarmUp (2 Minuten)
Jede*r baut mit fünf Steinen innerhalb von 30 Sekunden etwas. Die Sitznachbar*innen raten anschließend, was das ist.

Phase 1 “Warmwerden mit den Steinen” (15 Minuten)

  • Wichtig: Bausteine dürfen nicht untereinander getauscht werden. Die Methode lebt davon, dass jede*r die gleichen Steine zur Verfügung hat.
  • Einzelarbeit: Alle bauen eine große, schöne, stabile Brücke (Bauzeit: 10 Minuten).
  • Wenn die Bauzeit vorbei ist, schauen sich die Teilnehmenden kurz an, wie die anderen gebaut haben (Aufstehen erwünscht!).
  • Lass die Teilnehmenden kurz besprechen: Wer hat die schönste Brücke? Wer die stabilste? Und die größte?
  • Fasse den Prozess für alle zusammen: Jede*r hatte die gleichen Steine, aber alle haben sie unterschiedlich eingesetzt.
  • Alle gehen zurück an ihren Platz. Die Steine, die nicht verbaut wurden, kommen zurück in die eigene Kiste.

Moderationshinweis:

  • Ermutige immer wieder dazu, groß, schön und stabil zu bauen, damit die Teilnehmenden möglichst viele Steine nutzen. Das ist für die nächste Phase hilfreich.
  • Sage regelmäßig die verbleibende Zeit während des Bauens an.

Phase 2 “Abstraktes Bauen lernen und Themeneinstieg” (25 Minuten)

  • Wichtig: Für diese Phase dürfen nur die Steine der Brücke genutzt werden. Lass die Teilnehmenden zuerst die Brücke auseinander bauen, damit Platz für neue Ideen ist.
  • Einzelarbeit: Jede*r erhält als Bauaufgabe einen deiner fünf Prompts auf Papier (siehe Vorbereitung). Verteile diese so, dass Sitznachbar*innen nicht das Gleiche bauen (Bauzeit: 10 Minuten).
  • Wenn die Bauzeit vorbei ist, präsentieren alle ihre Bauwerke. Zuerst alle, die Begriff 1 gebaut haben, dann Begriff 2, etc.
  • Stell bei jeder Präsentation Rückfragen, die den Interpretationsspielraum betonen: Was bedeutet dieser Stein? Hast du diese Farbe aus einem bestimmten Grund gewählt? Was sehen die anderen?
  • Fasse den Prozess zusammen: Jede*r kann den Steinen eine individuelle Bedeutung geben.
  • Alle gehen zurück an ihren Platz.

Moderationshinsweis:

  • Der Fokus liegt nicht auf der korrekten oder ausführlichen Darstellung der Begriffe. Es geht darum, seinen eigenen Lösungsweg auf die Herausforderung (abstrakte Begriffe, wenige Steine, zeitliches Limit) zu finden.
  • Wenn jemand stockt, frag zunächst: Was fällt dir ein, wenn du den Begriff hörst? Lass Raum für eigene Ideen. Bestätige diese. Gib keine Bau-Ideen vor.
  • Wenn jemand weiterhin keine Idee hat, ermutige dazu, einfach drauf loszubauen, und sich überraschen zu lassen.

Phase 3 “Themenvertiefung und verschiedene Perspektiven verstehen” (35 Minuten)

  • Wichtig: Es dürfen wieder alle Steine genutzt werden.
  • Einzelarbeit: Jeder erhält die Aufgabe, deinen Oberbegriff (siehe Vorbereitung) zu bauen (Bauzeit: 20 Minuten).
  • Wenn die Bauzeit vorbei ist, teilen die Teilnehmer*innen sich in Kleingruppen mit bis zu 5 Schüler*innen auf.
  • Nun stellt jede*r das eigene Bauwerk der Kleingruppe vor (Redezeit pro Person: 1 Minute). Dabei sollen die Teilnehmer*innen auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede achten.
  • Jetzt ordnet jede Gruppe ihre Bauwerke so an, dass sie ein gemeinsames Ganzes ergeben. Dabei werden keine Steine umgebaut – es geht nur darum, einen roten Faden durch die unterschiedlichen Welten zu finden und als kleine Geschichte zu erzählen.

Gemeinsamer Abschluss (15 Minuten)
Alle Kleingruppen stellen in der großen Gruppe ihre gemeinsame Landschaft vor. Anschließend erhalten die Kleingruppen 30 Sekunden Zeit, um einen abschließenden Satz zu vervollständigen (etwa: “Deinen Oberbegriff hier einsetzen” bedeutet für uns …).

Optionaler Abschluss (30 Minuten)
Statt der Präsentation kannst du die Ergebnisse auch auf kreative Weise sichern, z.B. indem die Teilnehmenden ein Stop-Motion-Video aufnehmen, das die Reise einer LEGO-Figur durch die Landschaft dokumentiert.

Diese Lego-Methode nutzen wir in unseren Formaten sehr oft – sowohl für Schüler*innen wie auch für Lehrkräfte. Hier sind einige Eindrücke aus den letzten Jahren.